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Lebensmittelverkäuferin steht neben verpackten Sandwiches.

So reduziert der Einzelhandel Lebensmittelabfälle

Lebensmittel im Wert von rund 1,1 Billionen Euro landen jedes Jahr im Müll, obwohl sie noch genießbar sind. Diese riesige Ressourcenverschwendung ist nicht mit einer nachhaltigen Lebensweise in Einklang zu bringen und dadurch eine Herausforderung für Umwelt und Gesellschaft. Die Lebensmittelabfälle wirken sich belastend auf viele Bereiche aus. Auch Supermärkte entsorgen Lebensmittel oft unnötigerweise – sei es aufgrund leichter Schönheitsmakel, neuer Ware oder einem abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum. Wir geben Händlern Tipps, wie sie ihre Lebensmittelabfälle reduzieren und mit gutem Beispiel vorangehen können.

Hoher Energie- und Rohstoffverbrauch

1,6 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr im Müll, was einem Drittel der gesamten Produktion entspricht. Der sogenannte „Food Waste” zieht vom Anbau bis zum Einzelhandel eine enorme Verschwendung von Strom, Wasser und weiteren Rohstoffen mit sich, da die Produkte letztlich nicht verzehrt werden. Hochrechnungen zufolge beanspruchen Lebensmittel, die später ungenutzt entsorgt werden, fast 30 Prozent der weltweiten Anbauflächen. Hinzu kommt der CO2-Ausstoß, den der Lebensmittelmüll hervorruft. Allein die Lebensmittelmüll-bedingten Emissionen der EU sind so hoch wie der gesamte Ausstoß klimaschädlicher Gase in den Niederlanden.

Versorgungsengpässe in ärmeren Ländern

Während wohlhabende Länder für die Überproduktion sorgen, leiden viele ärmere Staaten – auch deshalb, weil große Flächen des dortigen Ackerlands für Lebensmittelexporte zu den Industrieländern beansprucht werden. So fehlen in vielen Regionen Anbauflächen für die Lebensmittelversorgung vor Ort. Die Überproduktion bedeutet außerdem eine erhöhte Nachfrage für Getreide und Grundnahrungsmittel, was deren Preise in die Höhe treibt.

Wie der Einzelhandel Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt

Händler können auf vielfältige Weise dazu beitragen, Lebensmittelabfälle in Deutschland zu reduzieren – und so für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Regionale Produkte bevorzugen

Um lange Transportwege und Zwischenlagerungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, verstärkt auf lokale Waren zu setzen. Das minimiert nicht nur die Lieferzeiten, sondern optimiert auch die Wertschöpfungskette. Zudem ergibt sich bei regional ausgelieferten Lebensmitteln eine große Transparenz. Sowohl Händler als auch Kunden wissen, dass sie die Ware frisch beziehen und vergleichsweise lange aufbewahren können. 

Da sich entsprechend gekennzeichnete Lebensmittel großer Beliebtheit erfreuen und schnell verkaufen, reduziert sich der Food Waste von Produkten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Händler profitieren zudem finanziell von der großen Nachfrage regionaler Lebensmittel, die darüber hinaus dem Image zugute kommen.

Waren nicht vorschnell entsorgen

Obwohl viele Verbraucher großen Wert auf ästhetisch ansprechende Produkte legen, sollten Händler versuchen, auch Lebensmittel mit Abstrichen in der B-Note möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Das vorschnelle Wegwerfen ist meist unnötig, da optische Mängel kein Hinweis auf eine verringerte Qualität sein müssen. Stattdessen gilt es, Kunden über die Qualität entsprechender Produkte zu informieren und die Gleichwertigkeit, unabhängig vom optischen Erscheinungsbild, zu betonen.

Wertschätzung für Lebensmittel vorleben

Händler können mit gutem Beispiel vorangehen und den Wert von Nahrungsmitteln gegenüber Verbrauchern kommunizieren. Neben dem schon angesprochenen Angebot ästhetisch beeinträchtigter Waren funktioniert das beispielsweise auch über die Unterstützung von Initiativen, die sich gegen Lebensmittelverschwendung engagieren. Dazu zählt etwa „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Verbraucher wie Händler erhalten darüber Tipps, wie weniger Lebensmittelabfälle entstehen. Der Einzelhandel kann übrige Lebensmittel zudem von der Tafel Deutschland abholen lassen, die dadurch bedürftigen Menschen hilft.

Für Restaurants, Imbisse und Cafés empfiehlt sich zudem die Teilnahme bei Anbietern wie „Too Good to Go“, wo sie überzählige Speisen kurz vor Ladenschluss für Nutzer der Plattform vergünstigt anbieten können. Kunden sehen über die App, welche Gastronomiebetriebe in der Nähe teilnehmen.

Theke mit abgepackten Lebensmitteln
Zu viele noch genießbare Lebensmittel landen im Müll. Mittels anschaulicher Präsentation und übersichtlicher Kennzeichnung können Einzelhändler diesem Trend entgegenwirken. 

Umweltschädliche Plastikverpackungen reduzieren

Der Einzelhandel hat in den letzten Jahren bereits einige Maßnahmen ergriffen, um die Wiederverwendung von Plastik voranzutreiben und den Bedarf an Plastik zu senken. Dazu zählt beispielsweise der teilweise Verzicht auf Einweg-Plastiktüten, der durch das beschlossene Verbot an Supermarktkassen in Zukunft noch weitreichender wird. 

Insbesondere bei Verpackungen von Obst und Gemüse gibt es nach wie vor viele Möglichkeiten, den Plastikbedarf zu reduzieren oder ganz auf Kunststoff zu verzichten. Rewe beispielsweise bietet in ausgewählten Märkten fast alle Bio-Obst- und Gemüsesorten ohne Plastikverpackung oder zumindest mit plastikreduzierten Hüllen an. Nur besonders empfindliche Waren wie Beeren oder Feldsalat sind nach wie vor eingeschweißt. 

Zudem sollen Knotenbeutel für Äpfel, Kartoffeln oder Tomaten möglichst flächendeckend durch nachhaltige Mehrwegnetze ersetzt werden. Laser-Etikettierungen für Obst oder Gemüse helfen zusätzlich dabei, den Bedarf an Verpackungen zu senken, da die Beschriftung direkt auf die Schale kommt.

Mit innovativen Druck- und Scanlösungen zu mehr Nachhaltigkeit

Der Einzelhandel benötigt eine effiziente Logistik samt intelligentem Tracking, um Lebensmittel nachhaltig anbieten zu können. Dabei helfen etwa Druck- und Scanlösungen wie Barcode Utility von Brother, über die sich Prozesse im Transport sowie der Lagerung flexibel und schnell abwickeln lassen. So gelangen Speisen zügig in die Märkte, was eine größtmögliche Haltbarkeitszeit bedeutet.

Eigeninitiative von Händlern und Verbrauchern gefragt

Mit Maßnahmen wie der Plastikreduzierung in Supermärkten nutzen Händler schon jetzt Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit. Das Verhindern von Food Waste eignet sich ebenso dazu, Kunden auf die Ressourcenverschwendung durch Lebensmittelabfälle aufmerksam zu machen. Sobald sich Verbraucher der Herausforderung bewusst sind, können sie durch Eigeninitiative selbst aktiv werden. Auch Mitarbeiter können für einen nachhaltigeren Unternehmensalltag sorgen, wie wir in unserem Artikel „Sharing Economy und Recycling im Unternehmen – Wege zu mehr Nachhaltigkeit“ zeigen.

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